Hella Zacharias

Hella Zacharias

Bis zu seinem Tod litt mein Mann an der teuflischen Alzheimer-Krankheit. Die erste Zeit muss für ihn die Hölle gewesen sein – und auch für mich waren jene Jahre eine schwere Prüfung, denn ich war völlig unwissend über die Gedanken und Empfindungen, die mein geliebter Mann durchlitt.

Viele Menschen, besonders seine Bewunderer in Deutschland, werden fragen: “Warum dürfen wir das schöne, unbeschwerte Bild von Helmut Zacharias nicht behalten?”.

Freunde rieten mir “Erzähl nur niemandem, dass Helmut Alzheimer hat!”

Aber genau das ist der entscheidende Punkt:

Das Verschweigen dieser Krankheit macht das Leben der Erkrankten und ihrer Angehörigen noch schwerer, als es schon ist! Es vergrößert die soziale Isolation, in der sich die betroffenen Familien befinden.

Als die Hirnliga e.V. mich fragte, ob ich das Amt einer Schirmherrin übernehmen wolle, musste ich nicht lange überlegen. Auch das Projekt meiner Tochter, die Krankheitsgeschichte ihres Vaters niederzuschreiben, konnte ich guten Gewissens unterstützen und ihr dabei mit meinen Erinnerungen helfen. Unser gemeinsames Ziel - mit den in der Hirnliga e.V. arbeitenden Ärzten und Wissenschaftlern und mit den Alzheimergesellschaften - ist es, das Tabu um diese unheilbare Krankheit aufzubrechen, damit die Realitäten wahrgenommen und die Missstände bekämpft werden können.

Das Buch meiner Tochter schildert den Verlauf, den das Leiden bei Helmut seit der ersten Symptome genommen hat.Es dokumentiert unser Bemühen, die eintretenden Veränderungen im Verhalten meines Mannes zu verstehen, aber auch unsere große Hilflosigkeit. Es macht deutlich, wie allein gelassen Angehörige sind, wenn die Ärzte schweigen und wenn sie keinen Zugang zu Hilfsangeboten oder Aufklärungsquellen haben. Und schließlich behandelt das Buch die für Angehörige brennenden Fragen im Zusammenhang mit dem, was Greta Wehner die “Pflege der Seele” nannte.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit den Erfahrungen aus dieser schwersten Zeit meines Lebens ein wenig hilfreich sein kann.

Aus vielen Gesprächen, Berichten und aufgrund meiner eigenen Situation weiß ich, dass medizinisch viel mehr möglich ist, als das was meist getan wird. Was für Defizite dies im einzelnen sind, werden Ihnen die Experten an diesem Tisch anschaulich berichten.

Mir ist wichtig, an die Medien-Öffentlichkeit zu appellieren, dass wir ein breites gesellschaftliches Engagement für die Alzheimerkranken brauchen. Denn ohne ein solches gemeinsames Eintreten für die Betroffenen wird sich die jetzige unhaltbare Situation nicht nur nicht verbessern, sondern im Gegenteil: sie wird sich drastisch verschlimmern!

Der wichtigste Schritt zur Abwendung dieser Gefahr wäre eine wirksame Vorbeugung oder die Möglichkeit einer ursächlichen Behandlung der Alzheimerkrankheit. Dazu muss die wissenschaftliche Forschung – auch in Deutschland! – erheblich intensiviert werden. Dafür setzte ich mich gemeinsam mit der Hirnliga e.V. ein und brauche Ihre Unterstützung.

Natürlich braucht die Forschung in erster Linie Geld und dabei hilft jede noch so kleine Spende. Aber Geld ist nicht alles : Deutschlands Alzheimerforscher brauchen aber auch Ihre Unterstützung und Kreativität, damit die Menschen in unserem Land etwas über ihre Arbeit und die der Hirnliga e.V. erfahren.

Meine Bitte, unterstützen Sie die Arbeit der Hirnliga und fördern Sie Deutschlands Alzheimer-Forscher !

Was Sie tun können erfahren Sie hier.

Zum Schluss ein persönliches Wort an die Angehörigen:

Während der Betreuung meines Mannes ist mir klar geworden, dass die Familie unendliche Geduld, Einfühlsamkeit, Verständnis, Verzicht auf Widerspruch, Trost – und viel liebevolle Zuwendung im Umgang mit dem Patienten aufbringen muss. Und das ist eine schwere Aufgabe!

Sprechen Sie deshalb mit Ihren Freunden – die Alzheimerkrankheit ist kein Makel.

Versuchen Sie, sich auch Zeit für sich zu nehmen. Und haben Sie kein schlechtes Gewissen dabei, denn Sie brauchen viel Kraft. Es ist keinem damit gedient, wenn auch Sie krank werden!

Helmut Zacharias hat Millionen Menschen Freude bereitet. Ich hoffe, dass sein guter Name jetzt mithilft, die Situation der Alzheimerkranken und ihrer Angehörigen zu verbessern – ich weiß genau, das würde auch er sich wünschen.

Ich danke Ihnen.

Unterschrift Hella Zacharias

 

 

 

 

Hella Zacharias

Schirmherrin der Hirnliga e.V.